Medizinisches BehandlungsZentrum
für Erwachsene mit Behinderungen

MZEB Berlin-Nord der GIB-Stiftung

MZEB Berlin-Nord - erstes MZEB in Berlin

AKTUELLES

09.09.2020 – Erstes MZEB in Berlin nun auch offiziell eröffnet

Medizinisches Behandlungszentrum für Erwachsene mit Behinderungen nimmt Arbeit auf

Am 1. September 2020 nahm das MZEB Berlin-Nord der GIB-Stiftung bereits seinen Betrieb auf, die offizielle Eröffnung folgte dann am 9. September durch einen kleinen Festakt. Geladen waren neben Mitarbeitern des MZEB und der GIB-Stiftung auch Vertreter von Politik und Verbänden der Behindertenhilfe.

Coronabedingt fand die Feier im Hof des MZEB statt. Auf Abstand wurde geachtet, Masken getragen, von den Festrednern zum besseren akustischen Verständnis natürlich abgelegt. Zu sagen gab es viel, war die Eröffnung eines MZEB doch für Berlin eine Premiere.

Dr. Gabriele Schlimper, Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin, lobte noch einmal die hervorragende und pionierhafte Tätigkeit des GIB e.V., der seit nun über 20 Jahren beweist, dass die „Klinik kein Ort zum Leben ist“ und den Menschen mit Behinderungen ein Zuhause gibt. Sie verwies darauf, dass die tiefe Überzeugung und Unermüdlichkeit, mit der sich die GIB-Gründer Erik Boehlke und Ernestine Brauns für diese Menschen einsetzen, nun folgerichtig auch zur Gründung eines für sie spezialisierten medizinischen Zentrums führen musste.

Der Staatssekretär der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, Martin Matz, betonte, welch langer und schwieriger Weg bis zur Errichtung des ersten MZEB in Berlin zu bewältigen war. Er sieht in GIB den Wellenbrecher für weitere MZEB und forderte auch vom Bund mehr Initiative zur Förderung solcher Zentren.

Die Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung in der Senatsverwaltung Berlin konnte selbst leider nicht anwesend sein, ließ ihre Grüße aber durch ihre Mitarbeiterin Ines Schuster überbringen. Sie verwies darauf, dass der Gleichbehandlungsgrundsatz nicht in Frage gestellt werden dürfe, wenn Menschen mit geistiger Behinderung oder schwerer Mehrfachbehinderung in einem besonderen Zentrum gesundheitlich versorgt würden, da diese Zentren als zusätzliches Angebot zur Regelversorgung gesehen werden müssen.

Die Versorgung in einem MZEB sei keine desintegrative Behandlung dieser Menschen, sondern eine Notwendigkeit. MZEBs entbinden selbstverständlich nicht die Regelversorgung von ihrer Aufgabe. Erik Boehlke bedankte sich, dass ein entsprechendes Gutachten der Landesbeauftragten große Steine aus dem Weg zum MZEB geräumt habe.

Dr. Tanja Sappok, Präsidentin der European Association for Mental Health in Intellectual Disability (EAMHID) und stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für seelische Gesundheit bei geistiger Behinderung (DGSGB), betonte daraufhin, dass nicht sämtliche 45.000 in Berlin lebenden Menschen mit komplexen Behinderungen in MZEB behandelt werden sollten. Erik Boehlke warf ein, dass etwa 1 Drittel (= 16.000) dieser Menschen eine Intelligenzminderung und psychiatrische Erkrankungen aufwiesen und MZEB in erster Linie für diese Menschen eingerichtet werden sollten. Frau Sappok führte weiter aus, dass ein Großteil dieser Menschen neben ihrer Behinderung häufig weitere Erkrankungen erleiden, die eine bessere und besonders ausgerichtete, umfassende medizinische Versorgung erfordern.

Nach dem zeremoniellen Teil der Eröffnung ließen es sich die Versammelten bei einem kleinen Umtrunk und Imbiss gut gehen, durch die Räume des MZEB Berlin-Nord führen und begaben sich in unterhaltende oder fachliche Gespräche mit anderen Gästen.

Der Start ist getan. Der positive Grundton, den die Anwesenden der Eröffnung spürten und verströmten, macht Hoffnung, dass das MZEB Berlin-Nord seinem Anspruch gerecht werden und die Verbesserung der medizinischen Versorgung für Menschen mit geistigen Behinderungen gelingen wird. Und, dass die Wellen stark genug gebrochen wurden, um weiteren MZEB die Gründung zu erleichtern.

Dynamische Eröffnung des MZEB

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